Wasserkraft-tirol

Der Große Energieschatz unserer Zukunft

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Kleinwasserkraft in Tirol

Die Nutzung von Wasserkraft hat im Gebirgsland Tirol lange Tradition. Vor allem Kleinwasserkraftwerke leisten seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag zur Ökostromerzeugung.

Ca. 950 Kleinwasserkraftwerke (davon rd. 430 anerkannte Ökostromanlagen)

  • liefern jährlich ca. 1,52 Mrd. kWh Ökostrom ins öffentliche Netz
  • versorgen ca. 435.000 Haushalte
  • vermeiden jährlich ca. 1,1 Mio Tonnen CO2 im Vergleich zur Stromproduktion mit fossilen Energieträgern

(Quellen: E-Control, Kleinwasserkraft Österreich)

Industrieland Tirol

Die Industrie spielt in Tirol seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle. Die Anfänge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als sich der Schwazer Bergbau zum ersten "industriellen Großbetrieb" entwickelte. Das zweite Standbein industrieller Entwicklung lag in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Heute beherbergt Tirol über 400 renommierte Industriebetriebe, darunter Swarovski, Riedel und Sandoz. Die Exportquote liegt im Bereich Industrie bei über 70 Prozent. Daraus resultiert ein stetig wachsender Energieverbrauch, der zu einem großen Teil durch Strom aus Wasserkraft gedeckt wird.

Kleinwasserkraft hat Ausbaupotenzial

In Tirol ist Kleinwasserkraft aus der Energieerzeugung nicht mehr wegzudenken. Kleinwasserkraftwerke stabilisieren das öffentliche Stromnetz und bedeuten auch in Krisenzeiten Versorgungssicherheit in den Tiroler Tälern. Kleinwasserkraftanlagen können optimal in das Landschaftsbild integriert werden; darüber hinaus gewährleisten ökologische Begleitmaßnahmen wie Fischwanderhilfen den bestmöglichen Schutz des natürlichen Lebensraums.

Aufgrund der zahlreichen Vorteile von Kleinwasserkraftwerken sollte das vorhandene Potenzial genutzt und der Ausbau der Kleinwasserkraft im Rahmen ökologischer Vertretbarkeit forciert werden. Jede Kilowattstunde Strom aus dem erneuerbaren Energieträger Wasser ersetzt Strom aus kalorischen oder Atomkraftwerken und trägt so zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Importunabhängigkeit bei.

Wasserkraft – Motor der regionalen Wirtschaft

Tirols Wirtschaft profitiert von den zahlreichen Vorteilen der Wasserkraft. Diese sichert nicht nur die Energieversorgung der heimischen Wirtschaft und der Bevölkerung, sondern garantiert auch hohe inländische Wertschöpfungseffekte mit positiven Auswirkungen auf die regionale Beschäftigung (Turbinenbau, Bauwirtschaft, Baunebengewerbe etc.). Nicht zuletzt sind viele Kleinwasserkraftwerke beliebte Ausflugsziele und stellen damit einen wichtigen Faktor für den regionalen Tourismus dar.

Hochdruckkraftwerke als Tiroler Besonderheit

Aufgrund der topografischen Gegebenheiten findet man in Tirol fast ausschließlich Hochdruckkraftwerke. Bei diesen verfügen die Rohrleitungen über ein extrem großes Gefälle (bis zu 1.000 m). Durch den hohen Druck kann auch mit wenig Wasser Elektrizität in nennenswertem Umfang erzeugt werden. Eine Besonderheit ist das Hochdruck-
Kleinwasserkraftwerk Erl und Margarethenbach im Gemeindegebiet Anras: Es weist als einziges Kraftwerk Europas mehr als 1.000 m Druckhöhe auf.

Beratungsförderung in Tirol

Um die Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerksanlagen zu beschleunigen hat die Landesregierung eine Beratungsaktion für Betreiber/innen von Kleinwasserkraftwerken beschlossen.

Die Beratung erfolgt in zwei Stufen:

Zuerst ein kostenloses Beratungsgespräch auf Grundlage des von Antragsteller/in vollständig ausgefüllten Antragsformulars. Ist auf Grund des Ergebnisses ein Revitalisierungspotenzial absehbar, erhält der/die Antragsteller/in eine Zusage für die zweite Stufe, einer Vor-Ort-Begehung.

Das Ergebnis wird in einem detaillierten Beratungsbericht zusammengestellt und umfasst sowohl die möglichen Revitalisierungsmaßnahmen durch Modernisierung, Nachrüstung und Erweiterung alter Anlagenbauteile (Steuerung, Turbine, Automatisierung der Rechenanlage, ...) als auch die ökologische Optimierung (z.B. Fischaufstiegshilfe, Anpassung Restwassermenge). Durch die Förderung werden die Kosten des/der Fördernehmers/in auf 650€ (Selbstkostenanteil) reduziert.
Die Beratung beinhaltet keine Detail-/Ausführungsplanung.

Ziele der Beratungsförderung:

  • Revitalisierung veralteter Anlagen
    • technische, wasserwirtschaftliche und ökologische Optimierung
    • Erhöhung der regionalen Wertschöpfung
    • nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energie
  • Steigerung der Stromproduktion aus Kleinwasserkraftwerken
  • Berücksichtigung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRG)
    • Erreichung des guten ökologischen Gewässerzustandes
    • Beachtung der Umsetzungsmaßnahmen im Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP)

Fördervoraussetzungen:

Grundsätzlich sämtliche Kleinwasserkraftanlagen mit einer Engpaßleistung bis 10 MW in Tirol. Vollständiges Ausfüllen des Förderungantrages und dessen Einreichung bei der Förderstelle. Die Förderstelle informiert den/die Betreiber/in über die Förderzusage. Eine Terminvereinbarung zum kostenlosen Erstberatungsgespräch erfolgt über die Abwicklungsstelle durch Mitarbeiter der Wasser Tirol.

Förderantrag mit Ausfüllhilfe

Förderrichtlinie

Infoflyer

Kontakt

DI Mag. Artur Egger

Landessprecher Tirol
Augasse 6,
6060 Hall in Tirol
Tel: 05223/ 5855 127
Fax:05223/ 5 77 31
a.egger@hall.at