Welche Arten von Wasserkraftwerken gibt es?

Wasserkraftanlagen lassen sich nach drei Kriterien unterscheiden – nach der Betriebsweise, dem Anlagenkonzept oder dem Verhältnis von Ausbaudurchfluss QA zur genutzten Fallhöhe.

Betriebswirtschaftlich unterscheidet man:

  • Laufkraftwerke: Sie nützen das Wasser „dargebotsmäßig“ aus, d. h. sie folgen der im Jahresablauf schwankenden Wasserführung.
  • Speicherkraftwerke: Sie sammeln den unregelmäßigen Zufluss eines Tages, einer Woche oder eines Jahres in einem Speicherbecken. Von dort aus wird das Betriebswasser je nach Erfordernis „bedarfsabhängig“ an die Turbinen geleitet. Je nach Größe und Betriebsfunktion eines Speicherbeckens spricht man von einem Kurzzeitspeicher (Tages-, Wochenspeicher) oder einem Langzeitspeicher (Jahres-, Saison, in Österreich meist Winterspeicher).

Nach dem Verhältnis von Ausbaudurchfluss QA zur genutzten Fallhöhe unterscheidet man:

  • Niederdruckanlagen: Sie arbeiten mit großen Wassermengen und kleiner Fallhöhe (bis etwa 10 Meter).
  • Mitteldruckanlagen: Sie verfügen über Fallhöhen von etwa 10 bis 100 Meter, die einen mittleren Wasserzufluss nutzen.
  • Hochdruckanlagen: Dank größerer Fallhöhe (über 100 Meter) bewirkt bei ihnen auch ein kleinerer Abfluss beträchtliche Leistungen.

Die Grenzwerte für die Fallhöhe sind dabei als ungefähre Richtwerte zu verstehen. So gilt eine Anlage mit 0,1 m3/s (100 l/s) schon mit 50 m Fallhöhe als Hochdruckanlage, während eine Anlage mit QA = 10 m3/s bei 150 m Fallhöhe noch eine Mitteldruckanlage ist.

Schema für die Einteilung von Wasserkraftwerken

Kraftwerkstyp

Fallhöhe

Anlagenverhältnis

Betriebsart

Niederdruck

bis etwa 10 m

Stau-KW

Laufwerk

Mitteldruck

etwa 10 - 100 m

Ausleitungs-KW

Laufwerk

Hochdruck

über etwa 100 m

Ausleitungs-KW

Lauf- oder Speicherwerk

Die Tabelle liefert eine Übersicht über die genannten Einteilungen.